Sensible Samtpfoten: Umzug mit Katze

Hunde hängen mehr am Herrchen, Katzen mehr an ihrer Umgebung – diesen Satz haben auch Sie sicher schon gehört. Und auch wenn er ein bisschen platt klingt: grundsätzlich ist das richtig. Natürlich sind auch Katzen auf ihre Frauchen und Herrchen bezogen, aber die gewohnte Umgebung ist für sie mindestens ebenso wichtig. Vielleicht haben Sie schon selbst beobachtet, wie nervös Ihre Katze allein schon reagiert, wenn es ein neues Möbelstück gibt, oder ein Zimmer renoviert oder umgeräumt wird. Ein Umzug ist für Katzen Stress pur.

Im Vorfeld: Stress für die Katze reduzieren

Am besten ist es daher, wenn Sie Ihre Katze so wenig wie möglich vom Umzugsstress mitbekommen lassen. Wenn sich die Katze bei Freunden und/oder Nachbarn bereits auskennt und wohl fühlt, ist es sehr ratsam sie für die Zeit des Packens für den Umzug dort unterzubringen. Besteht diese Möglichkeit nicht, gibt es die Möglichkeit, einen Tierbetreuer für die Umzugszeit zu engagieren.

Da sich aber nicht bei jedem Tier die Betreuung durch einen völlig Fremden anbietet, lässt es sich manchmal nicht vermeiden, dass das Haustier den Umzug direkt miterlebt: packen Sie dann optimalerweise Zimmer für Zimmer ein, sodass ihre Katze immer einen Raum so vorfindet, wie sie ihn kennt. Verändern Sie in dieser Zeit vor dem Umzug auf keinen Fall Füttergewohnheiten – kurz: Garantieren Sie dem Tier soviel Routine wie möglich!

In der neuen Wohnung sollten Sie bereits vor dem Umzug ein "Katzenzimmer" einrichten. Deponieren Sie dort, wenn möglich, ein oder zwei vertraute Möbelstücke, Schmusedecken oder -kissen aus der alten Wohnung, Fressnäpfe und eine Katzentoilette, in das Sie ein wenig benutztes Streu füllen – Sinn der Übung ist es, den eigenen vertrauten Geruch Ihrer Katze in die neue Wohnung zu tragen. Bereiten Sie das Zimmer am besten 4-5 Tage vor dem Umzug vor, damit sich der Duft gut verbreiten kann.

Der Umzug mit Katze

Wenn die Katze den Umzugstag nicht bei anderen verbringen kann, gestalten Sie den Umzug so, dass Sie Ihre Katze als erstes in die Wohnung bringen und im Katzenzimmer lassen. Informieren Sie unbedingt alle Helferinnen und Helfer, dass die Tür zum Katzenzimmer nicht geöffnet werden darf – denn sonst bekommt die Katze womöglich Panik und versucht, zur alten Wohnung zurückzulaufen.

Für den eigentlichen Transport benutzen Sie eine Katzentransportbox – eine Katze im Auto birgt ein großes Unfallrisiko und läuft außerdem Gefahr, sich zu verletzen. Gehen Sie immer davon aus, dass die Katze gestresst und ängstlich ist und daher auch im Auto eventuell zu Fluchtversuchen neigen wird. Die Box, die die Katze vielleicht bereits von Tierarztbesuchen kennt, statten Sie am besten mit einer vertrauten Schmusedecke aus. Hat die Katze bisher noch keinen Transport mitgemacht, kann es einige Tage dauern, bis sie freiwillig in die Transportbox gehen mag. Gewöhnen Sie sie daran, indem Sie sie die letzten vier Tage vor dem Umzug nur in der Box füttern, sodass sie mit der Box etwas Positives assoziiert.

Ist die Fahrt zum neuen Wohnort sehr lang, sollten sie zwischendurch ein Pause machen, in der Sie die Katze (an der Leine!!!) rauslassen, sodass sie sich erleichtern kann und eventuell ein bisschen Wasser trinkt – an heißen Tagen besonders wichtig! Und vergessen Sie nicht, Ihren kleinen Tiger zwischendurch auch zu belohnen. Mit ein paar Leckerlis ist der Transport für ihn dann nur noch halb so schlimm.

Schritt für Schritt ins neue Zuhause

Ist der Umzug geschafft, sollten Sie die neue Wohnung möglichst schnell einrichten – wochenlanges Leben zwischen Kisten und Möbeln, die jeden Tag ihren Platz wechseln ist für Katz und Kater eine Zumutung. Und letztlich profitieren Sie selbst ja auch davon, denn eine eingerichtete und aufgeräumte Wohnung bietet viel mehr Lebensqualität. Verzichten Sie in den ersten paar Wochen aber lieber darauf, die Katzendecken und -kissen zu waschen – je mehr vertraute Gerüche die Katze im neuen Zuhause vorfindet, desto besser!

Wenn Ihre Katze in der neuen Wohnung Freigang hat, sollten Sie sie erst nach ein paar Wochen rauslassen – Katzen neigen sonst dazu, zur alten Wohnung zurücklaufen zu wollen. Lassen Sie sie also erst dann das neue Revier erkunden, wenn Sie sich in der neuen Wohnung eingewöhnt hat. Katzen, die vorher reine Wohnungskatzen waren, werden den Schritt nach draußen in der Regel nur zögerlich tun – besonders, wenn es schon ein älteres Tier ist kann es sein, dass es überhaupt nicht raus möchte. Machen Sie sich deswegen keine Sorgen, ein solches Verhalten ist ganz normal.

Schwieriger wird es, wenn die Katze es vorher gewohnt war, draußen herumzustromern, dies aber in der neuen Umgebung nicht mehr möglich ist. Eine solche Veränderung sollte generell vermieden werden, da sich dadurch bei der Katze schnell unerwünschtes Verhalten wie Unsauberkeit und Aggressivität einstellen kann – verständlich, denn das Tier ist frustriert! Sollte sich ein Umzug in eine Wohnung ohne Auslaufmöglichkeit nicht vermeiden lassen, müssen Sie unbedingt dafür sorgen, dass sich die Katze auch in der Wohnung beschäftigen kann. Kratzbäume, Spielzeug und viel Aufmerksamkeit sind hier ein absolutes Muss!

Wenn Sie alle diese Ratschläge beachten, dürfte einem friedlichem Umzug mit Ihrer Samtpfote nichts mehr im Wege stehen! Und friedlich bedeutet auch, dass alles gut organisiert ist: Lassen Sie sich zum Beispiel von einem Umzugsunternehmen helfen. Weitere Infos zum Thema Umzug mit Tieren bietet auch der Deutsche Tierschutzbund.

 

Sensible Samtpfoten: Umzug mit Katze (als PDF)

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